Neue App für die Kontenverwaltung

Mit Beginn des Jahres 2018 ist sie in Kraft getreten: die EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD 2. Von nun an ist das Konto nicht mehr nur eine Sache zwischen dem Kontoinhaber und seiner Hausbank. Ziel der Richtlinie ist es, den neuen FinTechs gegenüber den Banken mehr Spielraum zu geben. Schon bisher war es möglich für externe Dienstleister, auf ein Konto zuzugreifen – dies allerdings nur in einem sehr engen Rahmen wie er durch den Zahlungsverkehr, etwa durch die Überweisung, nötig war. Jetzt aber werden Apps angeboten, die die Verwaltung der Konten für die Kunden erleichtern sollen. Diese Apps können die Kontostände und die Bewegungen auf dem Konto eines ganzen Jahres einsehen. Sie werben damit, dass sie ihren Nutzern ein „elektronisches Haushaltsbuch“ zur Verfügung stellen, dass nicht nur einfaches Online Banking ermöglicht, sondern darüber hinaus auch die Bewegungen auf dem Konto dokumentiert und analysiert.

Mehr als Online Banking

Online Banking ist heutzutage kein Hexenwerk mehr. Die sensiblen Daten auf Konten und im Wertpapierdepot jedoch über eine solche App verwalten zu lassen, ist eine neue Welt. Wie alle digitalen Anbieter, die kostenlos sind, werben auch die FinTechs im Finanzsektor damit, dass es nunmehr möglich sei, etwa individuelle Ratenkreditangebote zu senden oder Hinweise für die Geldanlage zur Verfügung zu stellen. Der Kunde bezahlt mit seinen Daten und erhält dafür eine Vielzahl von Angeboten und Analysen. Wie immer muss er sich überlegen, inwiefern er den Einblick auf seine sensiblen Finanzdaten über die App ermöglicht. Fest steht jedenfalls: Im Sommer 2019 müssen die Banken die technischen Voraussetzungen für die neu eingesetzten Finanz-Apps zur Verfügung gestellt haben.

Banken und FinTechs treten – wieder einmal – in einen Wettbewerb. So haben manche Häuser bereits eigene Apps entwickelt – auf der anderen Seite ist damit zu rechnen, dass die großen Internetkonzerne wie Amazon oder Google verstärkt in dieses Geschäft mit den Zusatzleistungen zu den Kontodaten einsteigen werden. Finanz-Apps sind sicher nichts Neues. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC hat festgestellt, dass bereits jetzt ein Viertel aller erwachsenen Bundesbürger unter 40 Jahren eine Finanz-App nutzt, wenn es um die Transaktionen auf dem Konto geht. Wohl gemerkt: Hier geht es nicht um den Einsatz von Online Banking oder von Zahlungsdiensten wie PayPal oder Sofortüberweisung.

Sicher ist nichts

Einmal mehr steht bei den neuen Apps die Frage nach der Sicherheit im Mittelpunkt. Die vielfachen Möglichkeiten über Passworte oder unverwechselbaren Merkmale des Kunden, wie ein elektronischer Fingerabdruck, Abwehr gegen Hacker zu schaffen, sind gegeben und werden genutzt. Auf der anderen Seite bleibt festzuhalten, dass es eine absolute Sicherheit im Online Banking und beim Einsatz von Finanz-Apps nicht geben kann.

Wie im letzten Newsletter bereits berichtet, ist der Aufpreis, den Händler bisher für den Einsatz von Karten beim Zahlungsverkehr verlangen konnten, nicht mehr erlaubt. Kreditkartenzahlungen sind kostenfrei. Diese Vorgaben passen in die Strategie des Gesetzgebers, die neuen Dienste im Zahlungsverkehr und in der Kontoverwaltung kostenlos zu halten und annehmbarer zu machen.

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